LUNARA - spüren, erleben, verstehen

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Die Rhythmen der Frau

Liebe Frau,

Frau sein und Frau verstehen - in einer Welt in der das Weibliche sich nicht mehr entfalten kann, weil die Frau und ihre göttliche Kraft bedrohlich oder gar abstoßend deklariert werden, ist es nicht verwunderlich, dass viele Frauen den Bezug zu ihrer eigenen Fraulichkeit verloren haben. Was ich damit sagen will?

MondfrauWenn ich mir die Geschichte der Frauen so ansehe – und da gehe ich weit vor die christliche Zeitrechnung und das gesellschaftlich vorherrschende Patriarchat – bin ich erstaunt, wie sehr sich die Frau und der Blick auf das Weibliche doch verändert hat. Das weibliche Prinzip und damit die Wechselhaftigkeit und Prozesshaftigkeit zeigt sich als allgegenwärtiges Abbild in den Zyklen der Natur. Betrachte die Jahreszeiten, den Mondzyklus, Ebbe und Flut oder auch die Menstruation – die Natur ist zyklisch, ganz wie die Frau selbst. Früher – zu Zeiten des Matriarchats – wurde das monatliche Blut der Frau als ein Heilmittel angesehen, die Menstruationsblutung wurde verehrt und stand in direkter Verbindung zur spirituellen Ebene. Der Menstruationszyklus war ein Sinnbild für Leben und Tod, für Veränderung und Übergang und letztlich für die weibliche Göttliche Kraft. Die Menarche (die erste Menstruationsblutung einer jungen Frau) wurde im Frauenverbund außerhalb des Dorfes gefeiert, fernab von den Männern und Kindern. Die Frauengruppen versammelten sich zur Zeit der Menstruationsblutung – damals bluteten die Frauen meist zur gleichen Zeit - in einer Hütte, um dort zu entspannen, den Frauenkreis zu stärken und die Menarcheriten zu feiern. Während der Menstruation galten die Frauen als besonders intuitiv und mit der spirituellen Ebene verbunden. Wegen der Heiligkeit des Blutes waren Frauen in dieser Zeit ein Tabu für die Männer.

Heute sieht das Thema Monatsblutung (engl. „the curse“- der Fluch) ganz anders aus. Eine Vielzahl an Frauen verabscheut diese Tage des Blutens, blockiert sie durch hormonelle Eingriffe wie die Pille und wünscht sich nichts sehnlicher als diese „lästige Phase“ abstellen zu können. Nicht verwunderlich, wo doch die Frau und ihre Weiblichkeit mit dem Christentum und dem Patriarchat mehr und mehr verteufelt wurde. Die Frau hat nur noch zwei Möglichkeit: entweder sie agiert entgegen ihrer Natur und gilt als Heilige, oder sie agiert mit ihrer Natur und gilt als Hure. Wie kann eine Frau in einer Welt - in der kein Platz für die Unterschiedlichkeit der weiblichen Phasen ist - leben?

Zunächst ist es wichtig sich dieser Phasen zu erinnern und sich selbst als wechselhaftige Frau zu verstehen. Daher möchte ich eine kurze Zusammenfassung geben.

Als Frau durchleben wir im Laufe unseres Lebens vier verschiedene Phasen – die Jungfrau, die Mutter, die Zauberin und die Alte. Jede dieser Phasen unterscheidet sich sehr von der nächsten und doch kann die eine nicht ohne die vorhergehende sein. Diese Lebensphasen erleben wir zudem nicht nur einmal im Leben. Jeden Monat hast du die Chance diese Phasen zu durchleben und das orientiert an deiner Menstruation, bedingt durch die damit verbundenen hormonellen Einflüsse und zur Orientierung - und um nochmal einen Vergleich der zyklischen Natur zu geben - spielt auch der Mondzyklus eine Rolle.

 

JungfrauDie junge, schöne Jungfrau oder das unschuldige Mädchen steht für die Phase vor dem Eisprung und des zunehmenden Mondes, die dynamischen Energien des Frühlings und die Energien der Erneuerung und Inspiration.

 

 

 

MutterDie gute Mutter oder Königin und Beschützerin repräsentiert die Zeit des Eisprungs, des Vollmondes und die Fülle der Energien des Sommers. Sie ist voll von schöpferischer, erhaltender und fürsorglicher Energien.

 

 

 

ZauberinDie prämenstruelle Zauberin und Hexe steht für die sich zurückziehenden Energien des Herbstes und die zunehmende Dunkelheit des abnehmenden Mondes. Sie hat Zugang zu spirituellen Ebenen, ist sexuell und machtvoll, zerstörerisch und unentbehrlich für das Wachsen von Neuem. Sie ist sich ihrer eigenen inneren Kräfte bewusst.

 

 

AlteDas hässsliche Alte oder die schreckenerregende Greisin repräsentiert die menstruale Phase der zurückgezogenen Energie. Sie ist der Schwarzmond, der dunkle Mond, der Neumond, schwanger mit den Energien der Transformation und inneren Dunkelheit. Alle Energie geht nach Innen und in die Welt des Geistes und der Träume.

 

 

Und was nun, fragst du dich vielleicht?! Nun hast du schon mal einen kurzen Einblick darin bekommen, warum du dich kurz nach deiner Periode oftmals jung und frisch wie eine „Jungfrau“ fühlst, es dich nach draußen drängt und du beim Sex vielleicht ein wenig jungfräulich zurückhaltend, eher deine Sexualität entdeckend bist. Nun hast du schon mal einen kurzen Einblick darin bekommen, warum du dich manchmal vor Hilferufen und Freunden die einen guten Rat wollen - wie von einer Mutter – kaum noch retten kannst, dir das komischerweise auch Spaß macht, auch wenn das eben nicht immer so ist. Nun hast du schon mal einen kurzen Einblick darin bekommen, warum du dich kurz vor deiner Periode vielleicht zickig und zerstörerisch verhältst und dir eigentlich alle die jetzt gerade etwas von dir wollen auf die Nerven gehen und du am liebsten deiner eigenen Kreativität oder Intuition folgen willst. Nun hast du schon mal einen kurzen Einblick darin bekommen, warum du dich während deiner Menstruation am liebsten auf deine Couch verziehst und die meiste Freude daran hast über Gott und die Welt zu sinnieren.

Frauenkreis

In der Frauengruppe „Die Rhythmen der Frau“ beschäftigen wir uns mit genau diesen Phasen, die uns monatlich wiederkehrend gar nicht so sehr zu überraschen brauchen, wenn wir sie doch spüren, erleben und verstehen können. Wir bilden eine Frauengruppe, tauschen uns über Erfahrungen aus, Tanzen und Meditieren um dem Erfühlen der einzelnen Phasen, und damit auch dem Wahrnehmen und Erkennen näher zu kommen. In dieser Gruppe von Frauen hast du die Möglichkeit dich besser kennen zu lernen, dich besser spüren zu lernen und dich letztlich selbst besser verstehen zu lernen.

 

Inspiriert durch: Gray, M. (1996) Roter Mond, München: Hugendubel

 

Frauengruppen

 

Manchmal,
da hab’ ich eine Wut...

Manchmal,
da kann ich niemand seh’n...

Manchmal,
da fühl’ ich mich so gut...

Manchmal,
da kann ich mich selbst nicht mehr versteh’n...

Manchmal,
da hab’ ich viele Energien...

Manchmal,
da will ich nur noch flieh’n!

Manchmal,
da hab’ ich soviel zu geben...

Manchmal,
da möcht’ ich nur noch leben!

Manchmal,
da spür’ ich wilde Lust...

Manchmal,versink’ ich im Frust!

 

Und plötzlich, da spür’ ich und kann versteh’n -

Ich bin eine Frau


Hinweis

Die Kurse und Angebote von LUNARA stellen zwar gesundheits-fördernde Kurse unter Aufsicht, Betreuung und Nachsorge einer M.Sc. Psychologin und Heil-praktikerin der Psychotherapie dar, sind jedoch nicht als Ersatz für medizinisch-psychiatrische oder psychotherapeutische Interventionen zu betrachten.